Carolina Wottke

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Profilbild Wottke XING

Carolina Wottke (geb. 11. September 1974 in Wiesbaden) ist eine in Reitern (Niederösterreich) wohnende Reichsbürgerin und Staatsleugnerin.[1] Dort wird sie laut Klageschrift der Staatsanwaltschaft Krems Gruppierungen von Staatleugnern und Souveränen zugeordnet. Sowohl Carolina Wottke wie auch ihre Mutter wurden schon vom Verfassungsschutz befragt und in der Folge in der Geistes- und Gesinnungshaltung gegenüber staatlichen Stellen und Personen als "gerichtsnotorisch" bezeichnet.[2]

Familie Wottke und ein Affidavit an den Gemeindeverband, 2016

Kurzbiographie

Carolina Wottke wurde am 11. September 1974 in Wiesbaden geboren, hat zwei Kinder und lebt zurzeit in Österreich. Dort bezieht sie seit 2014 – mit kurzen Unterbrechungen - die in Österreich so bezeichnete „Notstandhilfe“, welche als Fortführung des Arbeitslosengeldes gezahlt wird und vergleichbar ist mit dem ALG II Deutschland.
Aus 2016 datiert ist Schriftverkehr mit der Stadt Hagenow, bezgl. Vollstreckungsmaßnahmen der Stadt gegen Wottke. Dem Antwortschreiben von Wottke ist zu entnehmen, dass ihr in Deutschland Erzwinghungshaft angedroht wurde. Auslöser waren nicht gezahlte Steuern.[3][4][5]

Auf ihrem XING-Profil gibt Carolina Wottke an Gründerin und Inhaberin des "Kulturerlebnispark Hagenow" zu sein. Von diesem sind aber keinerlei Aktivitäten und Locations zu finden.[6] Gleichlautende Einträge und Nennungen in ihrem Facebook-Auftritt bestätigen die Übereinstimmungen der Identitäten der Xing und FB-Profile.[7]
Desweiteren gibt Wottke an ein Studium in Gesang, Schauspiel und Pyrotechnik in Österreich absolviert zu haben. Wann und wo dieses „Studium" stattgefunden hat, ob es an einer akkreditierten Hochschule stattfand, abgeschlossen wurde und welcher Abschluss dabei erworben wurde, wird nicht ist genannt. Dazu behauptet sie eine Stuntausbildung und desweiteren im „Showkampf“, Showtanz, Ton- u. Lichttechnik. Auch hier fehlen erhellende Details.

Als berufliche Tätigkeiten gibt sie an von 1981-1986 im Kinder- und Jugendchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden tätig gewesen zu sein. Den Angaben folgend wäre sie bsi der Aufnahme der imaginären beruflichen Tätigkeit 7 Jahre alt gewesen. Danach gibt sie an von 1986-1993 im Extrachor und der Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden tätig gewesen zu sein. Danach beginnen in der Aufzählung Tätigkeiten, die sie in Österreich ausgeübt hat. Von 1996-2000 ist eine Mitwirkung im Schauspiel und bei der Pferdekoordination der Karl-May-Spielen in Gföhl/ Niederösterreich zu finden. Dem folgt 2001 eine Beschäftigung im Wildwest- und Freizeitpark „No Name City“/ NÖ, zusätzlich behauptet sie eine Regieassistenz und Inspizienz am Gloria-Theater Wien.[8]

Eigenen Angaben zufolge war Wottke seit 2003 ständiges Ensemblemitglied und Tourneeleitung der Thalia-Theater GmbH und des Österreichischen Lustspieltheaters. 2005 soll sie die Leitung der Stuntshows im Wildwest- und Freizeitpark „No Name City“ / NÖ ausgeübt haben und 2008 folgte die Gründung des Kulturerlebnisparkes Hagenow. Seit 2012 gibt sie an Betriebsleiterin am Flugplatz Krems (LOAG) gewesen zu sein. Seit 2014 bezieht sie in Österreich eine Notstandhilfe.[9] Im Mai 2017 wurde Wottke, zusammen mit ihrer Mutter Astrid - unter anderem wegen Erpressung - angeklagt und verurteilt, das Oberste Gericht Österreichs hob das Urteil auf. Im zweiten Verfahren wurden die beiden wieder - mit einem etwas geringeren Strafmaß - verurteilt.

Reichsbürgeraktivitäten und Ansichten

Wottke und ihr virtuelles Hausrecht

Wottke entfaltet in Österreich ein Reihe von Aktivitäten und wurde im Mai 2017 von der Staatsanwaltshaft Krems/Donau verschiedener Straftaten beschuldigt und angeklagt.
Die Anklageschrift enthielt folgende Punkte:

  • § 12.2 StGB Behandlung aller Beteiligten als Täter (§ 12 zweiter Fall StGB: Bestimmungstäter * § 15 StGB Strafbarkeit des Versuches (Anstiftung/Nötigung zu Straftaten) * § 302.1 StGB Mißbrauch der Amtsgewalt

und

  • § 15 StGB Strafbarkeit des Versuches (Anstiftung/Nötigung zu Straftaten) * § 144.1 StGB Erpressung

Konkret wurde Wottke und ihrer Mutter vorgeworfen im Zeitraum von Dezember 2016 bis April 2017 mehrere Versuche unternommen zu haben Amtsträger mit Vorsatz zu schädigen und sie wiederholt zu nötigen, die ihnen erteilten Befugnisse missbräuchlich zu vollziehen. Dazu wurden von Wottke eine Vielzahl von Aktionen initiiert, wie sie in der Reichsbürgerszene oft zur Anwendung kommen. So wurden eine Reihe unberechtigter und durch nichts zu begründete Schein-Schadensersatzforderungen generiert und mit Eintragungen dieser als Pfandrecht in internationale Schuldenregister gedroht, sowie der dann folgenden Zwangsvollstreckung durch berechtigte Dritte.
Die als (z.B. Malta-Masche) bekannte Methode führte zwar noch nie zu einer tatsächlichen Vollstreckung, bedeutet für die Betroffenen aber unter Umständen einiges an Aufwand und Kommunikation zur Abwendung der erdachten Forderungen und um konkrete Kreditschädigungen zu vermeiden.

Anklagenschrift Carolina Wottke, 2016

Auslöser für die kriminellen Aktionen der Familie Wottke waren schlichte Gebührenforderungen seitens der Behörden. Konkret ging es um Zahlungen für Abwasser und die Hunde der Wottkes für 2016 und 2017. Das Erheben und Beitreiben dieser sollte durch die Erpressung und Drohung der Amtsträger verhindert werden. Betroffene der Attacken von Wottke waren die Bürgermeisterin der Gemeinde Gföhl, sowie die zuständige Beamtin der Verwaltung, die für Hundesteuer und Kanalgebühren verantwortlich sind und in der Folge noch der Obmann des Gemeindeverbandes und ein Angestellter des Verbandes, welche für die Erhebung der Grundsteuer im Gemeindeverband Krems verantwortlich zeichnen. Allen wurden entsprechende Schriftsätze mit den beschriebenen Drohungen übermittelt. Laut Anklageschrift erfolgte zur Bürgermeisterin der Gemeinde Gföhl tatsächlich auch eine Eintragung in das Schuldenregister, mit der Androhung der weiteren Verwendung und dem damit verbundenen Versuch zur Nötigung, Amtsgeschäfte zu unterlassen und damit zu gezielten Rechtsbrüchen zu zwingen.[10][11]

Familie Wottke in front of Justice, 2016

Die geforderten Gebühren beliefen sich auf 173,62 € für die Kanalgebühren und 84,62 € für Hundesteuer. Bei den Gebühren für Grundsteuer und Abfallentsorgung ging es gar nur um 6,50 €. Die Forderungen von Wottke bedeuteten Straftaten des "Missbrauchs der Amtsgewalt als Bestimmungstäter" und Erpressung. Schon im Vorfeld der Straftaten hatten Wottke und ihre Mutter ihre Gesinnung, Geisteshaltung und Absichten durch entsprechende Äußerungen und Aktionen proklamiert. Im Februar 2016 erschien Caroline Wottke bei der Gemeindeverwaltung Gföhl und verkündete, dass die diese ab sofort keine Verfügungsgewalt mehr über sie habe. Diesen Besuch widerholte Wottke im Mai des gleichen Jahres. Mehrere Versuche die Gebührenforderungen zuzustellen scheiterten. Auf die gleiche Art und Weise wurde auf Forderungen des Gemeindeverbandes betreffend der Kanalgebühren reagiert.[12]

Im Gegenzug erhielten alle staatlichen Akteure diverse Schriftsätze mit Gegenforderungen. Am 09. Dezember 2016 erhielt die Bürgermeisterin eine "Erklärung zum Versäumnis in Sachen der Firma Stadtgemeinde Gföhl" und am 14. Dezember ein Schreiben mit dem Titel "Affidavit in Sachen Angebot der Firma Stadtgemeinde Gfhöl" unterschrieben von den beiden Wottkes und mit der Forderung von 10.000 € in Silber an die Bürgermeisterin. Am 16. Januar 2017 folgte dann ein sogenanntes "Versäumnisurteil in Sachen Angebot der Firma Stadtgemeinde Gfhöl" mit der Aufforderung binnen 14 Tagen zu zahlen und in Verbindung mit der Drohung sofort eine Zwangsvollstreckung einzuleiten, seitens der Familie Wottke.[13]
Am 20. März erhielt die Gemeindeverwaltung wiederum ein "Versäumnisurteil in Sachen Angebot der Firma Stadtgemeinde Gfhöl". Diesmal forderten die Wottkes schon 50.000 € und für den Fall der Nichtzahlung wurde die Forderung einfach verzehnfacht und es standen 500.000 € im Raum. Und wie in Reichbürgerkreisen üblich waren die selbsterdachten Urteile natürlich unwiderruflich, anfechtbar und sofort rechtskräftig. Die folgende Anzeige der Gemeinde beantwortete Carolina Wottke am 26. März mit einem "Affidavit der Fakten in Sachen Anzeige der Firma Stadtgemeinde Gfhöl" und forderte 250.000 €.[14][15][16][17]

Im Februar 2017 erhielt der zuständige Sachbearbeiter bei Gemeindeverband von Carolina Wottke, in dem sie der Behörde die Legitimation absprach und ihn aufforderte die Rechtmäßigkeit der Abgaben nachzuweisen. Am 22. März folgte dann ein Schreiben an den Obmann der "Firma "Gemeindeverband im Bezirk Krems" mit dem Carolina Wotttke den Verband aufforderte ihre Bedingungen zu akzeptieren. Schon am 26. März folgte das nächste Schreiben der Wottkes, in dem sie eine Zustimmung behaupteten und am 05. April kam dann eine erdachte Forderung von 5.195 €, seitens der Wottkes gegenüber dem Obmann.[18][19]

Im März 2017 wurden Carolina Wottke und ihre Mutter vom Landesamt für Verfassungsschutz befragt und dabei auch auf die strafrechtliche Relevanz ihrer Aktion hingewiesen. Beide lehnten jede Kooperation und Einsicht ab. Nur wenige Tage nach der Intervention von Polizei und Verfassungsschutz versandte Carolina Wottke weitere Schreiben an die Bürgermeisterin von Gföhl und am 15. März 2017 die Eintragung einer Forderung in das amerikanische Schuldenregister UCC.[20][21]

Ende Juni 2017 wurden beide festgenommen. Da auf Carolina Wottke eine Waffe zugelassen war, erfolgte der Zugriff mit einer Sondereinheit der Polizei.[22] Im folgende Verfahren wurden beide verurteilt. Carolina Wottke zu 24 und ihre Mutter zu 18 Monaten, - davon jeweils sechs unbedingt abzusitzen, der Rest zur Bewährung - verurteilt. Im Januar 2018 hob der Oberste Gerichtshof Österreichs das Urteil, wegen nicht eindeutig erwiesener Erpressung, auf und ordnete eine neue Verhandlung an.[23] Im zweiten Verfahren im Februar 2018 wurden beide erneut verurteilt, diesmal zu 20 Monaten, davon sechs Monate unbedingt, bzw. 14 Monate, davon vier unbedingt.[24]

Im Mai 2016 berichtet Wottke von einer Polizeikontrolle in Niederösterreich und ihrer dort - eigenen Angaben zufolge, zum ersten Mal - praktizierten Reichsbürgerrhetorik im Umgang mit staatlichen Organen. Da sie aber dennoch ihre Fahrerlaubnis vorzeigte, konnte sie danach unbehelligt weiterfahren. Dies wertet sie als Erfolg des OPPT-Konzepts und ihrer Ausführungen zu Menschen, Personen und Begünstigten.
Zitat Wottke:

Ich muss Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich der Mensch und nicht die Person bin, ich werde Ihnen um des lieben Friedens willen den Führerschein meiner Person zeigen, aber das bin nicht ich. Ich bin ausschließlich die Begünstigte meiner Person!" Er sieht mich noch überraschter an, und fängt plötzlich an vom einen Ohr zum anderen zu strahlen. Sagt vollkommen ohne jegliche Ironie zu mir:" Danke! Das ist sehr zuvorkommend von Ihnen!", will nach dem Führerschein, den ich ihm offen hinzeige greifen, besinnt sich, zieht noch in der Bewegung die Hand wieder zurück und tritt einen halben Schritt zurück. Ich frage:"Wollen Sie die andere Seite auch sehen, und den Zulassungsschein habe ich im Auto?", sagt er:"Nein, nein, das ist absolut nicht nötig. Ich danke Ihnen sehr, wünsche Ihnen weiter eine gute Fahrt und einen schönen Tag noch!"[25]

Weitere Social-Media-Aktivitäten Wottke
Auf den Internetportalen Facebook und VK betreibt Wottke die Auftritte der Gruppierung „Vereinte Patrioten“.[26] Dort sind eine Vielzahl von Beiträgen und Fotos zu finden, die eine Nähe zur NPD und zur Szene der extremen Rechten dokumentieren.[27][28][29] Desweiteren ist sie in sozialen Medien verknüpft mit Stefan Schmalnauer,[30][31] dem ehemaligen Kassenwart der rechtsextremen österreichischen NVP und dem bekannten Neonazi und Autor der Hetzplattform PI-Autors Michael Mannheimer alias Karl-Michael Merkle, der auch die Internetplattform Nürnberg 2.0 betreiben soll und in seinem Blog, sowie bei weiteren öffentlichen Auftritten genau dies auch mehrfach forderte und auch Aufrufe veröffentlichte die als Aufruf zum Mord betrachten sind, so im April 2018.[32]

Galerie

Weblinks

Quellennachweise

  1. Profil von Wottke auf VK
  2. Screenshot Anklageschrift
  3. Schreiben Stadt Hagenow an Wottke, 2016
  4. Antwort von Wottke auf Forderungen der Stadt Hagenow, 2016
  5. Weiteres Schreiben von Wottke an die Stadt Hagenow, 2016
  6. Facebook-Aufritt des Kulturerlebnisparks
  7. Screenshot XING-Profil Wottke
  8. Angaben von Wottke zur Vita
  9. Auszüge Anklageschrift Notstandshilfe Carolina Wottke
  10. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes03
  11. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes04
  12. Aufruf von Wottke vor Termin bei Gemeinde Gföhl
  13. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes05
  14. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes01
  15. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes02
  16. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes06
  17. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes07
  18. Auszüge Anklageschrift zu der Aktivitäten der Wottkes08
  19. Wottkes schreiben an den Gemeindeverband Krems, Affidavit 2017
  20. Vernehmung durch den Verfassungsschutz 2017
  21. Kommentar von Jürgen Korthof zu Schreiben von Wottke
  22. Artikel über die Festnahme der Wottkes
  23. Urteil Oberstes Gericht Österreich, 2018
  24. Urteil gegen die Wottkes im zweiten Verfahren, Februar 2018
  25. Dialog Wottke mit Polizisten Kontrolle
  26. Mitteilung von Wottk zu "Vereinte Patrioten"
  27. NPD unterstützende Bilder auf Wottkes Seiten
  28. Weitere Bilde auf Wottkes Seite
  29. Weitere Bilder mit Unterstützung rechter Gruppen
  30. Vernetzung Schmalnauer mit Wottke
  31. Vernetzung Wottke in sozialen Medien
  32. Posting von Mannheimer zum Tyrannenmord