Tobias Fink

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Tobias Fink

Tobias (Toby) Fink, geb. 05.09. 1977[1], ist verheiratet, Vater von 4 Kindern und als Koch der Betreiber des Restaurants „s´Reiwerle“ in Annweiler/Pfalz, welches 2018 von seinem inzwischen verstorbenen Bruder gekauft worden war. Durch die Corona-Pandemie und die verhängten Maßnahmen, insbeondere dem Lockdown, kam Fink, wie viele andere Gastronomen, in wirtschaftliche Bedrängnis[2][3].
Fink hatte sich schon im März 2020 gegen die Corona-Politik positioniert. „Die Maßnahmen verursachen mehr Schaden, als es das Virus je könnte“, so Fink. Sie seien alles andere als verhältnismäßig[4].
In einem Video von Dezember 2022 gibt Fink einen Rückblick über die ersten drei Pandemie-Jahre. Bis 2018/2019 habe er sich noch gegen Grippe impfen lassen; er habe das damals noch nicht hinterfragt. Im März 2020 sei er im engeren Kontakt mit Dr. Wodarg gewesen, der ihm erklärt habe, wie die Grippe-Impfung funktioniert. Politiker, zu denen er Kontakt pflegte, hätten ihn angerufen und gefragt, was denn nur mit ihm los wäre. Weiter berichtet er über Unverständnis und Vorwürfe seiner Familie, er würde sich radikalisieren. Dazu sagt er, er setze sich radikal, aber ausschließlich mit friedlichen Mitteln, für die Einhaltung des Artikel 1 GG ein. Teilweise wurde er von familiären Weihnachtsfeiern ausgeladen. Schon im Frühjahr hätte es geheißen: „Weihnachten nur für Geimpfte”.[5]


Treffpunkt der Querdenkerszene

Ende 2020 klagte Fink beim Verwaltungsgericht erfolglos gegen die Schließung seiner Gaststätte.[6] Auf seinem Telegram-Kanal teilt und verbreitet er die typischen Inhalte der Querdenkerblase. Laut Psiram gehört Fink zum Team Bittel.TV. Fink pflegt engen Kontakt zu Rechtsextremen wie Thomas Brauner oder Björn Banane und teilt bereitwillig ihren Content auf dem eigenen Kanal, beschwert sich aber, wie die meisten Querdenker, sobald man nur etwas hinterfrage, werde man in die rechte Ecke gestellt oder sogar als Nazi bezeichnet.
Als Überlebensstrategie für das Reiwerle begann Fink, die Gaststätte als Treffpunkt und Veranstaltungsort für Querdenker anzubieten. „Wir machten weiter ganz nach dem Motto: «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert», so der Inhaber. Also begann die Gaststätte, Veranstaltungen für die sogenannte „Freiheits- und Friedensbewegung” zu organisieren. Tatsächlich kamen bekannte Größen der Szene, wie die Rechtsanwälte Ralf Ludwig und Dirk Sattelmaier, die Vorträge hielten, sowie der rechtsextreme Publizist Jürgen Elsässer. Alexander Christ stellte sein Buch «Corona-Staat» vor. Es gab Auftritte von Björn Banane, dem Pianisten Arne Schmitt und dem Gitarristen Guy Dawson. Nach Finks Worten seien wohl schon „90%” aller bekannten Redner von Querdenk-Veranstaltungen bei ihm im Reiwerle gewesen.
Im Keller des Restaurants kann es 70 Gäste versammeln, im oberen Bereich 50. Über die doppelte Kapazität verfügt die Gaststätte im Biergarten. „Bislang waren die Veranstaltungen meistens vollbesetzt“, sagt Fink. Einen Eintrittspreis müssen die Gäste nicht zahlen. Alle Events basieren auf Spenden, über deren Höhe jeder selber entscheiden darf. Zusätzlich zu solchen künstlerischen Auftritten veranstaltet s’Reiwerle regelmäßig sogenannte «Schwurbler-Vernetzungspartys», bei denen ausgelassen und freudig zur Musik getanzt wird. Manchmal heizen dem Publikum einige Live-Musiker ein, so wie in wenigen Wochen die Band Freimuth. Zusätzlich zu solchen künstlerischen Auftritten veranstaltet s’Reiwerle regelmäßig sogenannte «Schwurbler-Vernetzungspartys», bei denen ausgelassen und freudig zur Musik getanzt wird.[7]

Auch Fink wird von Gegnern der Querdenk-Bewegung - berechtigterweise - kritisiert. Teilweise geschieht dies jedoch auf unsportliche Art, indem bspw. auf Google seine Speisen schlecht bewertet werden, von Leuten, die nie im Reiwerle gewesen sind und sich über Menus auslassen, die im Reiwerle gar nicht angeboten werden. Man muss Fink zugestehen, dass er auf solche Versuche, sein Geschäft zu schädigen, dennoch gelassen reagiert.

In einem Video beschwert sich Fink über eine Presseanfrage der Zeitung „Die Rheinpfalz”, die sich kritisch mit ihm und dem „s`Reiwerle” auseinandersetzt. Fink ließ in seinem Lokal den Liedermacher Eloas Mín Barden auftreten, der der völkischen, von Verfassungsschutzbehörden als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften Anastasia-Bewegung, nahesteht. Für Fink ist die Sache ganz einfach: Wenn die Bewegung nicht verboten ist, sei sie „konform mit unserem deutschen Grundgesetz. Dann können die dort machen, tun und lassen was sie wollen” - was so verkürzt natürlich nicht richtig ist. Dazu beklagt Fink weiter, ihm werde eine Kontaktschuld, die es in Deutschland nicht geben sollte, zugeschoben, wegen „einem bösen Menschen, der jemanden kennt, der was Böses getan hat, aber das ist erlaubt, also nicht verboten, aber es ist trotzdem ganz, ganz, ganz böse, ganz, Böse. Das, was da jemand dann macht in dem Verein oder in dieser Vereinigung, was dann der Freund von einem Freund des Nachbars dort völkisch gesagt oder getan hat. Ihr wisst Bescheid.”[8] Tatsächlich handelt es sich aber keinesfalls um den Vorwurf einer Kontaktschuld im Sinne der Definition. Seine Gäste sind nicht, wie er behauptet, einfach irgendwelche Personen, die in einer längeren Kette von Beziehungsverhältnissen stehen, an derem Ende fragwürdige Kontakte gepflegt werden. Fink sucht sich seine Gäste aus, bewirtet sie und bietet ihnen eine Bühne, womit er nicht nur sein Restaurant, sondern auch fragwürdige Aktivisten und die Verbreitung ihrer Inhalte unterstützt. Dazu „Die Rheinpfalz”:

Regelmäßig geht in dem 300 Jahre alten Fachwerkhaus inmitten des beschaulichen Pfälzerwald-Städtchens das Who is Who des deutschen Schwurbler-Milieus ein und aus – darunter Impfgegner, Putinfans und Verschwörungserzähler aller Couleur. Ober-Querdenker wie Bodo Schiffmann und Michael Ballweg wurden hier wohl schon bewirtet. Im vergangenen Jahr bot Fink dem Thüringer Ex-LKA-Chef Uwe Kranz eine Bühne, der 1997 vom Dienst suspendiert wurde, sich später als „Sicherheitsexperte“ für die AfD betätigte und zuletzt als flammender Corona-Rebell in Erscheinung trat. Wenig später gewährte er Impfkritiker Rolf Kron „Auftrittsasyl“, weil dieser im Herxheimer Museum nicht mehr willkommen war. Der bayerische Arzt, der wegen gefälschter Maskenatteste verurteilt wurde und bei einer Kundgebung den Hitlergruß gezeigt hatte, unterstützte seine Frau und deren Mystic-Harfen-Band Rairda.[9]

Alles kein Problem für Fink. Und der Barde Eloas Mín Barden (aka Jens Eloas Lachenmayr) sehe sich als Brückenbauer und „würde auch vor den Grünen spielen. Deshalb distanziere ich mich von niemanden, der nicht bereit ist, sich von irgendetwas oder irgendjemanden zu distanzieren.”

„Demokratische Freikirche”

Ende November 2021 wurde über einen Verein die „Demokratische Freikirche” gegründet. Erster Vorsitzender ist Tobias Fink. Als Sitz der Demokratischen Freikirche, die sich selbst auch als „Glaubensgemeinschaft im Widerstand“ bezeichnet, wird die Anschrift der Gaststätte von Fink in Annweiler am Trifels genannt. Sinn und Zweck der Freikirche ist offenbar der Versuch, staatliche Corona-Maßnahmen, wie Maskenpflicht oder eine zu dem Zeitpunkt noch nicht entschiedene Impfpflicht, unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit zu umgehen. So heißt es in der Satzung: „Die Mitglieder verpflichten sich, sofern dies nicht aus Witterungsgründen geboten ist, ihren Kopf nicht zu bedecken und ihr Gesicht nicht zu verhüllen, um zwischen Ihrem [sic!] Antlitz und ihrem Haupt keine Hürden zu Gott zu errichten.” Und weiter: „Die Mitglieder der „Demokratische Freikirche“ (DFK) lehnen jeden Eingriff in Gottes Schöpfung des Menschen ab und werden die Schöpfung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden friedlichen und demokratisch legitimierten Kräften vor genverändernden Eingriffen – seien sie direkter oder indirekter Natur – bewahren. Die Genesung des Menschen kommt von Gott und seinen der Natur verbundenen Heilern, Ärzten und Therapeuten.“ Letzteres zielt offenbar auf die von Querdenkern behauptete Gen-verändernde Wirkung der Impfung mit mRNA-Impfstoff. Ob der Plan der Freikirche aufgeht ist fraglich, denn in der Rechtssprechung heißt es: „Danach muss die Religionsgemeinschaft die ihr übertragene Hoheitsgewalt in Einklang mit den verfassungsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Bindungen ausüben. Sie muss die Gewähr dafür bieten, dass ihr künftiges Verhalten die in Art. 79 Abs. 3 GG umschriebenen fundamentalen Verfassungsprinzipien nicht gefährdet. Ebenso darf sie nicht die Grundrechte Dritter sowie die Grundprinzipien des freiheitlichen Religions- und Staatskirchenrechts des Grundgesetzes einschränken.”[10]

„Förderverein für Frieden Freiheit und Demokratie”

s`Reiwerle

Da das Haus, das nach dem Tod des Bruders in den Besitz der Witwe übergegangen ist, noch mit einer Hypothek belastet ist, muss eine finanzielle Lösung gefunden werden. Fink sagt, er wolle Verantwortung für Frau und 3 Jahre alten Sohn des verstorbenen Bruders übernehmen, aber seine eigenen Reserven seien ausgezehrt. Er müsse jetzt die Reißleine ziehen und sucht deshalb nach einem Investor für das Gebäude. Eine Eigenbeteiligung kommt für ihn nicht in Frage. Dazu sagt er: „Ich bin leider raus, das finanzieren zu können, da ich am 20.3. 2020 mein erstes Video gemacht habe, und darauf hingewiesen habe, dass es unmenschlich ist, dass wir alte Menschen versterben lassen, wie wir mit den Kindern umgehen usw.”[11] Wie dieser Satz zu verstehen ist, erklärt er nicht. Am Geldmangel scheint es nicht zu liegen, denn im Dezember 2020 kündigte Fink an: ...ich arbeite im Hintergrund.....ich habe mich persönlich verbürgt das Alexander (Unterstützer der Frauenbustour, s. Eva Rosen) sein Geld für die Bus Tour bekommt......ich bin so ein Komiker für den sein Wort gilt.....das heißt ich hafte mit meinem privaten Vermögen für diese Tour vom ersten Tag an...[12]

Mitte März 2024 teilt Fink auf YouTube mit, nach Ostern werde mit Gründungsmitgliedern im Reiwerle der „Förderverein für Frieden Freiheit und Demokratie” gegründet. Ziel sei es, das Objekt zu erwerben und sich in den laufenden Betrieb einzubringen. Zur Finanzierung schwebt ihm vor, 1500 Menschen zu finden, die bereit sind, einen Obolus von je 200.- Euro in den Topf zu werfen. Man solle das als Investition betrachten. Mittelfristig möchte Fink über seinem Restaurant Ferienwohnungen und Gästezimmer einrichten. Wer in den Förderverein eingezahlt hat, bekäme dann für Unterkunft und (vielleicht) auch auf Speisen einen Rabatt. Man könne dann im Gebäude, „das einem mitgehört als Vereinsmitglied, günstig Urlaub machen und ist bei Freunden zu Hause”. Dazu gebe es ein Treuhand-Anderkonto, mit dem das Geld treuhänderisch verwahrt wird. Fink selbst sei aber nicht Teil des Vereins. Besitz des Objekts und Betrieb der Gaststätte sollen getrennt sein. Letztendlich geht es Fink darum, dass das Reiwerle, auch bei schlechter wirtschaftlicher Lage, Teil der Bewegung bleibt. Als Referenz gibt Fink die oben erwähnten 90% bekannter Querdenkerer an, die schon seine Gäste gewesen wären. Er hoffe, dass der noch zu wählende Vorstand sich bei der Gründung zu seinen Zielen und Plänen erklärt. Kingt etwas abenteuerlich, was noch alles ungeklärt ist. Da kann man für Fink und die Geldgeber nur mithoffen, dass sich seine Ziele, mit denen des noch unbekannten Vorstands, decken. Das Finanzgebaren von Querdenkern hat sich schließlich oft genug als, gelinde gesagt, zweifelhaft herausgestellt.[13]

Internet

Quellenverweise