Marcel Jorns

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Marcel Jorns bei lebensthemen (2018)
Marcel Jorns ist ein Schweizer Reichsbürger (OPPT-Anhänger und Mitglied des Fantasiegerichts Global Common Law Court). Jorns wurde zunächst durch einige Videos von Marsha Wiederkehr als fanatischer GCLC-Anhänger bekannt. Seit dem 21. April 2018 betreibt er einen eigenen YouTube-Kanal namens “majos Gedankenwelt.tv”.

Ansichten und Aktivitäten

Jorns scheint schon eine längere "Karriere" innerhalb des Reichsbürger-Milieus hinter sich zu haben. So war er laut eigener Aussage eine Zeit lang beim Fantasiegericht ICCJV dabei, wandte sich aber davon ab, da ihm die (verlogene) "Distanzierung" des ICCJV von OPPT und anderen Reichsbürger-Gruppierungen nicht gepasst habe. Der feste Glaube an das OPPT-Gedankengut ist Jorns noch immer anzumerken; ansonsten ist er aber ein fanatischer GCLC-Anhänger, der die Äusserungen seines Gurus Carl-Peter Hofmann oft wortwörtlich nachschwatzt.[1] Von Hofmann hat Jorns insbesondere auch das teilweise den Nationalsozialisten entlehnte Hassvokabular übernommen, mit dem die kollektiven Feindbilder entmenschlicht werden sollen ("subhumane Untermenschen").

Für das Fantasiegericht GCLC ist Jorns mitunter als selbsternannter Prozessbeobachter unterwegs, beispielsweise an einer Verhandlung gegen Monika Racheter in Biel,[2] und betätigt sich als Seminarredner. So war er der Vortragende an einem Seminar in Buchs SG über das 'G-PORD' (ein Cybermobbing-Projekt des GCLC) und drohte verschiedenen Medienschaffenden, die über dieses Seminar kritisch berichteten, mit der "Strafverfolgung" seines Fantasiegerichts.[3]

Nebenher gibt Jorns in seinen Videos auch eine ausländerfeindliche und antisemitische Einstellung zu erkennen. So behauptete er in einem Video, die Schweizerische Nationalbank gehöre den Rothschilds.[4]

Youtube-Kanal “majos Gedankenwelt.tv”

Auf seinem Videokanal verbreitet Jorns seit April 2018 eigene Videobotschaften. Anders als das infantil wirkende Intro vermuten lässt, breitet Jorns vor allem seine kruden Ansichten über beliebte Reichsbürger-Gemeinplätze wie das Wirtschaftssystem aus, vermischt mit plumpen Rundumschlägen gegen bestimmte Personengruppen (Behörden und angebliche finstere Machthaber; auch "Asylanten"), denen Jorns für alle möglichen Übel kollektiv die Schuld gibt, um sie als kollektive Feindbilder aufzubauen. Einen besonderen Narren hat Jorns an der KESB sowie am Schweizer Bundesrat gefressen, den er für eine Art mit diktatorischen Befugnissen ausgestattete Junta zu halten scheint. In den Videos wird einerseits deutlich, wie wenig Jorns von den politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Themen versteht, die er anschneidet - er bringt kaum mehr zustande als eine holzschnittartige, allgemeine Darstellung angeblicher Misstände. Die meisten seiner Aussagen sind mit dem Wissensstand eines Primarschülers problemlos widerlegbar. Jorns vertritt dabei eine dualistische Weltsicht, in der die Gruppe, zu der er sich selbst rechtet ("wir hier unten, die Guten und Aufgewachten") einer bösen, zumeist namenlosen Elite aus "denen da oben, den kriminellen Machthabern" gegenübersteht. Offensichtlich zielen Jorns' Botschaften darauf ab, bei "seiner" Gruppe den Sozialneid zu schüren und sie zu nicht näher beschriebenen Aktionen gegen die behaupteten Zustände anzustacheln. Bei seinen Hasstiraden gegen die "Bösen" bedient sich Jorns des Entmenschlichungs-Vokabulars von Carl-Peter Hofmann und verwendet Ausdrücke wie “subhumane Untermenschen”,[5] “kriminelle Elemente”, “pädophil” zur Herabwürdigung seiner Feindbilder.

Die Videos bestehen im Wesentlichen aus langfädigem Geschwafel eines Blinden über die Farbe, durchsetzt mit pauschalen Hetzreden und gepaart mit sehr unspezifischen Aufrufen, "endlich aufzuwachen und etwas gegen diese kriminellen Elemente zu tun". Damit kann man Jorns als die Karikatur eines Wutbürgers bezeichnen, der sich auf YouTube zum Affen macht - zumal seine Videos bislang kaum dreistellige Klickzahlen erreichen und die meisten Klicks durch Unterhaltung suchende BürgerInnen des SonnenstaatlandesSSL und Besucher dieses Wikis generiert werden dürften.

Auseinandersetzungen mit Behörden und Gerichten

Drohbrief an Bundesrat Berset und Einschreiten der KESB

Im Interview mit Marsha Wiederkehr erzählte Jorns, er habe drei Briefe an Bundesrat Alain Berset geschrieben.[6] Obwohl er dabei grüne Tinte verwendet habe, was in seiner Fantasiewelt "privat / streng vertraulich" bedeute, seien diese doch tatsächlich nicht von Berset persönlich, sondern von dessen Mitarbeitenden geöffnet und beantwortet worden. Aus Jorns' Sicht habe Berset damit das Fantasiedelikt Entehrung begangen.[7] Im dritten Brief habe Jorns dem Bundesrat daher mit der Eintragung einer Fantasieschuld von zehn Millionen Franken gedroht. Hierfür sei er gerichtlich belangt und unter anderem zu einer psychiatrischen Begutachtung "verdonnert" worden.[8] Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) habe sich eingeschaltet und eine Massnahme einrichten wollen. Dies dürfte zumindest teilweise den besonderen Hass erklären, den Jorns gegen diese Behörde hegt.

Verfahren wegen Geschwindigkeitsübertretung

In einem seiner Videos erzählt Jorns, er sei nachts auf der Hardbrücke in Zürich "geblitzt" worden. Die verhängte Busse von 120 Franken will er in typischer Reichsbürger- bzw. GCLC-Manier durch sämtliche Instanzen ziehen. Zudem behauptet er, der Blitz habe ihn erschreckt und dadurch in Todesgefahr gebracht, weshalb er nun die Polizei - die er als "Wegelagerer" bezeichnet - entsprechend verklagen wolle.[9]

Weblinks

Einzelnachweise