Roland Balmer

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Roland Balmer bei einem GCCL-Zoom-Meeting, im Hintergrund Ehefrau Christina.

Roland Leonhard Balmer ist ein Reichsbürger aus Baden-Württemberg und neuer Anführer des sektenartigen Fantasiegerichts GCCL, seitdem dessen Gründer Carl-Peter Hofmann im Juni 2022 an Österreich ausgeliefert wurde. Balmer war bereits in der Vorläuferorganisation GCLC aktiv und hat den GCCL mitbegründet.

Balmer ist oft unter dem Pseudonym Orlando Ortega unterwegs. Bis Ende August 2022 lebte und wirkte er im baden-württembergischen Althütte. Seit Anfang September 2022 wohnt er in Meiringen im schweizerischen Kanton Bern.

Aktivitäten in der Reichsbürger-Szene vor der GCLC-Zeit

Bereits vor seiner Bekanntschaft mit Carl-Peter Hofmann war Balmer in die Reichsbürger-Szene hineingeraten. Er gehörte offenbar zum Umfeld von Matthias Reckzeh und dessen Partei "Freiheit für Deutschland" und trat erstmals 2016 in zwei YouTube-Videos in Erscheinung, die einen Vorfall mit Beamten der Polizeidirektion Waiblingen thematisierten.[1][2] Laut Polizei soll Balmer sich geweigert haben, Ausweisdokumente vorzuzeigen, dann aufs Gas getreten haben und dabei einen Polizeibeamten mehrere Meter mitgeschleift haben, sodass die Polizei das Auto mit einem Schuss stoppte. Zum Prozess vor dem Amtsgericht Waiblingen erschien Balmer nicht und musste daher in Haft genommen und vorgeführt werden. Anfang Mai 2017 verurteilte das Gericht Balmer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten auf Bewährung sowie 100 Tagen gemeinnütziger Arbeit.[3]

Mitgliedschaft im GCLC

Balmers "FDGO" mit GCLC-Stempel und Unterschrift Hofmanns.

Laut eigenen Aussagen, die dem Sonnenstaatland durch eine GCCL-interne Quelle bekannt wurden, lernte Balmer noch im Jahr 2016 Carl-Peter Hofmann kennen und trat dessen Fantasiegericht "Global Common Law Court" bei. Balmers "Loyalitätserklärung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung", ein von Hofmann erfundenes und GCLC-intern als wichtig eingestuftes Fantasiedokument, datiert allerdings erst vom 17. Juli 2017. Dass auf diesem Dokument Hofmann höchstpersönlich als "Richter" unterschrieben hat, zeugt von guten und wahrscheinlich engen Beziehungen zwischen den beiden bereits zur Zeit des GCLC.

Nach aussen hin war Balmer als GCLC-Mitglied nicht auffällig; er gehörte damals eher zur zweiten Reihe.

Beim Auseinanderfallen des GCLC war Balmer jedoch einer der wenigen, die zu Hofmann hielten. Er soll versucht haben, zu retten, was zu retten war. Gegenüber Anhängern des GCCL gab Balmer später mehrfach an, dass er Hofmann in dieser Phase davon abgehalten habe, sein Fantasiegerichts-Projekt aufzugeben, und zwar mit der rhetorischen Frage: "Willst du deinen Gegnern diesen Triumph gönnen?" In der Folge gründete Balmer mit Hofmann zusammen den Global Court of the Common Law (GCCL), der damals nur eine Handvoll Mitglieder gezählt haben dürfte.

Karriere im GCCL

Bis zur Verhaftung Hofmanns

Im GCCL konnte sich Balmer rasch als ranghöchstes Mitglied nach Hofmann etablieren. Er machte sich durch die Übernahme mehrerer Schlüsselfunktionen unentbehrlich: So leitete er zuletzt mehrmals wöchentlich die stundenlangen abendlichen Zoom-Meetings des GCCL, in denen die Fantasiedokumente angepriesen und neue Mitglieder indoktriniert wurden. Auch betreute er sämtliche Webauftritte, die mit dem GCCL zusammenhingen, einschliesslich eines YouTube-Kanals. Mitglieder, die Probleme mit Behörden hatten, konnten sich oft direkt an ihn wenden, und er versuchte ihnen mit den Reichsbürgermethoden des GCCL zu "helfen".

Während der Corona-Pandemie konnte der GCCL vor allem in der Schweiz, aber auch in Deutschland einen starken Mitgliederzuwachs verzeichnen. Höchstwahrscheinlich wäre dies ohne Balmers unermüdlichen Einsatz in den Zoom-Meetings und hinter den Kulissen nicht einmal annähernd so gut gelungen. Für das Bestehen und die erreichte Grösse des GCCL ist Balmer daher mindestens ebensosehr verantwortlich wie Carl-Peter Hofmann selbst.

Balmer als neuer Anführer eines paralysierten GCCL

Die Verhaftung und besonders die Auslieferung Hofmanns führte zu einer weitgehenden operativen Lähmung des GCCL. Balmers ganzes Bemühen war und ist seither darauf ausgerichtet, Hofmann aus dem Gefängnis freizubekommen, was natürlich nicht gelang, da Balmer und der GCCL ausser den absurden Ideen und Methoden, die ihrem Reichsbürger-Gedankengut entstammten, keinerlei Plan hatten.

Bis zur am 8. Juni 2022 erfolgten Auslieferung Hofmanns an Österreich hatten Balmer und andere Führungspersonen des GCCL noch relativ gut mit Hofmann kommunizieren können; danach brach der Kontakt zu ihm weitestgehend ab. Nun wurde ein schon länger bestehendes Problem akut: Der GCCL war immer gänzlich auf Hofmann als Anführer ausgerichtet gewesen und besass keine funktionierenden inneren Strukturen, die eine reibungslose Weiterführung ermöglicht hätten. Ein bereits latent vorhandener Machtkampf zwischen Balmer und Isabel Avero wurde jetzt zusehends offen ausgetragen, mit dem Ergebnis, dass Avero mehr oder minder kaltgestellt wurde.

Übrigens kamen die durch die GCCL-"Verfassung" vorgeschriebenen Massnahmen zur Streitschlichtung bei diesem Konflikt zwischen den beiden höchsten Führungspersonen des Fantasiegerichts nicht zur Anwendung. Ein Armutszeugnis und ein Beweis für die Bedeutungslosigkeit der vermeintlich wichtigsten Prinzipien des GCCL, sowie für die offene Willkür bei deren Anwendung.

Im August 2022 beanspruchte Balmer als treuer und "dienstältester" Gefolgsmann Hofmanns die Position des neuen GCCL-Anführers für sich. Er übernahm somit eine geschwächte und innerlich bereits gespaltene Organisation, die zu keinen nennenswerten Aktivitäten mehr fähig war.

Quellennachweise